Die Spielkarten

Cego wird mit Tarockkarten gespielt. Tarock entstand wahrscheinlich zwischen 1430 und 1440 im heutigen Italien. Besonderes Kennzeichen der Tarockkarten ist neben den Zahlen- und Bildkarten mit Bube, Reiter, Dame und König in den Farben Herz, Schaufel (Pik), Caro und Kreuz, die sogenannte große Arcana, die aus 22 speziellen Karten besteht.

Diese Karten sind individuell mit meist urtümlichen Motiven verziert, woraus die Verwandtschaft zum Tarot erkennbar wird. Dabei kommt der letzten Karte eine besondere Bedeutung zu. Häufig ist hier ein Narr oder Musikant abgebildet.

In Österreich wurden die 78 Karten des Großtarocks auf 54 Karten zum Tapp-Tarock reduziert, in dem bei den roten Karten die Zahlen fünf bis zehn, bei den schwarzen dagegen die eins bis sechs herausgenommen wurden.

Ausdrücke

Gstieß, auch Stieß oder Skis (von franz.: 'excuse'), Gigema (Geigenmann): die höchste Trumpfkarte und in der Regel nicht mit einer Nummer versehen.

Truck: Bezeichnung für Trumpfkarten aus dem Tarock.

Mond, auch Mund: die zweithöchste Trumpfkarte (Nr. 21). Alte Tarockblätter bildeten hier die Weltkugel ab (span.: 'el mundo', franz.: 'le monde').

Geiß, auch Bapperle, Pagat (von ital.: Bagattello) oder kleiner Mann: der niedrigste Trumpf, mit einer 1 gekennzeichnet.

Legage: die Karten, welche man nach dem Tausch mit den Blinden ablegt.

Blinde: die 10 Karten, welche zu Spielbeginn in die Tischmitte gelegt werden. Sie geben dem Spiel den Namen.

Leere, auch Lusche: eine Karte ohne Bild.

Verbreitung

Zurück in der Heimat verbreitete sich das Spiel der badischen Soldaten zunächst vordringlich unter Beamten und wohl auch dem Klerus. Das erklärt, warum sich die Verbreitung als beliebtestes Spiel 1932 so scharf auf das Gebiet Baden/Hohenzollern abbildete, welches noch heute das Erzbistum Freiburg darstellt.

Karte von 1932

Vermutliche Herkunft

1805 fielen große Teile Vorderösterreichs an Baden. Die vormals Österreichischen Soldaten zogen dann 1808-1813 für das Großherzogtum Baden mit ihren Tarockkarten und Napoleons Truppen gegen Spanien in den Krieg. Dort lernten Sie ein Spiel namens L'Hombre bzw. Varianten davon kennen. Dieses Spiel kennt bereits das Reizen und das Spiel mit unbekannten Karten in der Tischmitte, den Blinden.
Die Neu-Badener adaptierten das Spiel für ihre Tarockkarten und entwickelten so ein Neues, welches sie nach dem spanischen Wort für „blind” Cego bzw. Zigo nannten.

Regionalität

Cego ist ein „gewachsenes” Spiel, die Regeln wurden lange nicht überregional und verbindlich festgeschrieben. So kommt es, dass es in den Wirtshäusern benachbarter Dörfer bereits unterschiedlich gespielt wird und man sich bei größeren Turnieren zunächst auf die Regeln einigen muss.
Seit einigen Jahren wird die Cego-Schwarzwaldmeisterschaft ausgetragen, ein großes Turnier welches über Monate an verschiedenen Spielorten ausgetragen wird. Hierfür wurden die verbindlichen Regeln definiert, welche Cego-Online zugrunde liegen.